Innenstadt gestern – heute – morgen

Termin: 27. September 2025

Veranstalter: BDA Münster-Münsterland
Ort: Lüdinghausen, Rathaus
Dauer: ca. 1,5 Stunden 
Anforderungen: Der Weg ist barrierefrei.
Dabei sein: Der Walk ist begrenzt auf 25 Teilnehmende –  

Wie wandelt sich eine Innenstadt – und was bleibt?

Wer durch den historischen Ortskern von Lüdinghausen spaziert, begibt sich auf eine Zeitreise durch Jahrhunderte. Drei Wasserburgen, ein mittelalterlicher Stadtgrundriss und zahlreiche, nur teilweise denkmalgeschützte historische Gebäude erzählen von der langen Geschichte des westfälischen Ortes – und von seiner Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden.

Lüdinghausen wurde im 14. Jahrhundert zu einem Wigbold (Minderstadt) erhoben und entwickelte sich als befestigte Siedlung rund um die Burgen Lüdinghausen, Wolfsberg und Vischering. Die strategisch günstige Lage an der Stever und die Nähe zu Handelswegen begünstigten das Wachstum. Die Altstadt mit ihren engen Straßen, dem Marktplatz, der Pfarrkirche St. Felizitas und großen Teilen der Ringbebauung zeugt noch heute von dieser mittelalterlichen Struktur. Im 19. und 20. Jahrhundert brachten der Anschluss an die Eisenbahn und später der Ausbau der Straßeninfrastruktur neue Impulse – aber auch bauliche Umbrüche, etwa durch große Stadtbrände, Kriegszerstörungen und den Strukturwandel der Innenstädte in der Nachkriegszeit.

Heute steht Lüdinghausen, wie viele andere Mittelstädte auch, vor der Herausforderung, seine Innenstadt zukunftsfähig zu gestalten: Klimawandel, Digitalisierung, verändertes Einkaufsverhalten und ein wachsendes Bewusstsein für Baukultur erfordern neue Lösungen – sowohl im Bestand als auch in der Planung. Dabei treffen unterschiedliche Perspektiven aufeinander: Die Denkmalpflege setzt sich für den Erhalt historischer Substanz ein, die Architektur sucht nach zeitgemäßen Formen und Materialien, und die Stadtentwicklung muss Freiräume, Mobilität, Wohnen, Wirtschaft und Gemeinwohl im Blick behalten.

Die Tour durch den Ortskern von Lüdinghausen lädt ein zum gemeinsamen Hinsehen, Nachfragen und Weiterdenken: Was macht die bauliche Identität der Stadt aus? Wo ist Wandel sichtbar – gewollt oder unbeabsichtigt? Welche gestalterischen Qualitäten prägen den öffentlichen Raum? Und wie können Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in der Innenstadt produktiv zusammenspielen?

 

Geleitet wird der Spaziergang von drei Fachleuten, die sich mit großer Leidenschaft für Baukultur in ihrer Heimat einsetzen:

  • Eckhard Scholz, Mitglied des BDA (Bund Deutscher Architektinnen und Architekten), vielfach ausgezeichneter Architekt und Mitglied mehrerer kommunaler Gestaltungsbeiräte, bringt Fachwissen und einen besonderen Blick auf den öffentlichen Raum mit. Er versteht es, alltägliche Stadtansichten zu entschleunigen und Details sichtbar zu machen, die oft übersehen werden. Wer mit ihm durch die Straßen geht, wird angeregt, innezuhalten, hinzuschauen – und dabei neue Zugänge zur vertrauten Umgebung zu gewinnen. Seine Spaziergänge sind Einladungen zum Mit- und Weiterdenken.
  • Dr. Dietrich Maschmeyer, ein versierter Hausforscher, der über viele Jahrzehnte auch im Münsterland die historische Hauslandschaft erforscht hat. Er ist Autor zahlreicher Fachvorträge, Publikationen und Veröffentlichungen und verfügt über herausragende Kenntnisse der historischen westfälischen Hauslandschaft.
  • Johannes Busch, Expertise für regionale Hausforschung, arbeitet beharrlich an einem außergewöhnlichen Einzelobjekt: dem Hof Grube in Tetekum bei Lüdinghausen. Seit 2008 widmet sich die Familie Busch der behutsamen Restaurierung dieses Hofes – mit bemerkenswertem wissenschaftlichen und restauratorischem Ergebnis. Die Anlage wurde von der Landesdenkmalpflege Westfalens als von nationaler Bedeutung eingestuft. Das Gehöft zeugt von mehr als 650 Jahren bäuerlichen Lebens im Münsterland – und von der großen Bedeutung des privaten Engagements für den Erhalt des kulturellen Erbes.

Gemeinsam engagieren sie sich im Zentrum für historische ländliche Baukultur im Münsterland und eröffnen Zugänge zur Baugeschichte Lüdinghausens, die zwischen Alltagsarchitektur und außergewöhnlichem Denkmal, zwischen stadträumlichem Wandel und ländlicher Kontinuität pendeln – und damit die ganze Vielfalt der westfälischen Baukultur sichtbar machen.

 

Dieser WEST:WALK ist eine Kooperation mit dem BDA Münster-Münsterland und dem Verein Zentrum für historische, ländliche Baukultur Münsterland

Termin: 27. September 2025

Veranstalter: BDA Münster-Münsterland
Ort: Lüdinghausen, Rathaus
Dauer: ca. 1,5 Stunden 
Anforderungen: Der Weg ist barrierefrei.
Dabei sein: Der Walk ist begrenzt auf 25 Teilnehmende –